Die Amerikaner in Zell am Moos

Zell am Mooser Anekdoten aus der amerikanischen Besatzungszeit

Ehe die Amerikaner Anfang Mai 1945 in Zell am Moos einrückten, wurden schon weiße Fahnen gehisst. An vielen Häusern, aber auch am Kirchturm der Pfarrkirche. Das schrieb Pfarrer Friedrich Penetsdorfer in seine Pfarrchronik. Dunkle Tinte auf gelblich-weißem Papier. Sätze, getragen von der stillen Freude des Pfarrers über das Ende des Krieges. Seine Formulierungen in der Chronik waren während der Nazi-Zeit sehr behutsam gewählt. Penetsdorfer bemühte sich, keine Namen von Nazis zu nennen, viel mehr schrieb er immer wieder von „Maßgeblichen“. Auch nach dem Krieg waren Penetsdorfers Einträge ein sorgsam gehütetes Geheimnis. Erst im Alter und nach seiner Pensionierung war er in seinem Alterssitz in Schwanenstadt bereit, so Manches zu erzählen.

Zell am Moos wird besetzt.

Aber was machten die Amerikaner eigentlich in so einem kleinen Ort wie Zell am Moos? Sie suchten nach Resten von SS-Einheiten, die sich in die Wälder rund um die Haslau zurückgezogen hatten. In Zell am Moos auf dem Turnplatz hinter dem Haus Hinterauer hatten die Amis ein Lager. Für die damaligen Dorfbuben war die Anwesenheit der GIs durchwegs eine spannende Abwechslung. Sie bekamen Kaugummi und Zuckerl, durften manchmal sogar in einem Jeep mitfahren. Freundlich waren die Amerikaner, so berichten es Zeitzeugen. Einmal sammelten sie im Obstgarten zwischen dem Haus Obauer und der alten Dorfschule Obst vom Boden auf. Das sah der Schuldirektor und brachte den Soldaten eine Schüssel voll mit frischem Obst. Die revanchierten sich prompt und brachten dem Schuldirektor und seiner Familie Lebensmittel aus ihrem Bestand.

Hie und da konnte man die Amerikaner auch bei Manövern beobachten, als sie Stellungen aushoben und für einen etwaigen Kampf übten. Fuhren sie etwa auf den Wiesen in der Haslau mit ihren schweren Panzern über die Wiesen, war das gar nicht zur Freude der Bauern. Sie mussten danach wieder alles einebnen, und eine finanzielle Entschädigung gab es kaum. In den Monaten nach der Kapitulation im Mai 1945 stabilisierte sich das Alltagsleben langsam auch in Zell am Moos, und die Besatzer waren bis zu ihrem Abzug zwei Jahre vor dem Staatsvertrag kaum zu spüren.

Anekdoten und Interviews mit Zeitzeugen zum Thema Besatzungszeit lesen Sie in Norbert Blaichingers neuem Buch „Zell am Moos 5 – Erinnerungen an damals“, das Ende Mai erscheint und auch in Mondsee (Foto Schwaighofer) und Zell am Moos (Trafik Lettner und Postpartner Angelika Eppel) erhältlich ist.

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