Landbettler

Leopold „Poldl“ Promberger stammte aus Ebensee, war aber auch im Mondseeland bekannt. Hier starb er auch. „Poldl“ war Landbettler. Einer der letzten der klassischen Art.

POILDL 2Solange er es körperlich schaffte, kam der Landbettler Promberger alle sieben Jahre ins Mondseeland. Er ging über Stock und Stein, vom Mondseeland ins Innviertel, dann ins Salzburgische, den Pongau und Pinzgau, wo er viele Heustadl zum Übernachten fand. Dann ging es in die Steiermark oder nach Kärnten und Tirol. Den Städten wich er aus, am Land fühlte er sich eher willkommen. Und nach seiner sieben Jahre dauernden Österreich-Runde kam er wieder zurück in Mondseeland, um sich dann erneut auf den Weg zu machen. So machte er seine Runden bis zum Anfang des 2. Weltkriegs. Und erlebte dabei allerhand. Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, aber auch Ablehnung und Drohungen.

Viele Taschen und Säcke
Seine alte Kleidung trug er im Zwiebelschalenlook. Ein Flanellhemd, einen Rock darüber, und einen Mantel über den Rock. In dem Buch „Bauernerbe“ von Hans Mairhofer-Irrsee und Oskar Anrather (Innsalz 2004) schreibt Hans Mairhofer: „Wie andere in ihren Häusern verschiedene Räumlichkeiten hatten, hatte der Landstreicher viele Säcke und Taschen.“

Das Fach für den Essensvorrat war eine Manteltasche, daneben das Fach für Raucherware und Feuer, ein Fach war dem Lesestoff vorbehalten, und dann noch ein tiefes Fach für den Treibstoff, den man auch Schnaps nennt. Und schließlich war nahe am Hemd ein Fach für die Mundharmonika.

„Bitte um eine milde Gabe.“
Kam der Landbettler zu einem Haus, dann packte er immer dasselbe Sprüchlein aus: „Ein armer Wandersmann bittet um eine milde Gabe.“ Durfte er in einer Ecke des Hauses übernachten, dann gab er seine Rauchware samt Feuer beim Hausherrn ab. Das war so üblich, damit es nicht versehentlich zu einem Brand durch eine Zigarette kommen konnte.

Leopold Promberger konnte keiner Fliege etwas zuleide tun, auch wenn er manchmal mit seiner Art da und dort aneckte. Im Prinzip war er ein stiller Zeitgenosse. Er hatte weder Zukunftspläne noch Zukunftssorgen. Und so starb er auch in den 1970er Jahren. In einem Heustadl zwischen Weißen Stein und Schlössl brach er zu seiner letzten Reise auf.

Norbert Blaichinger

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