Mondsee Keramik Skolaut 1946 – 1975

Hört man das Stichwort Keramik in Bezug auf unsere Region, denken die meisten vermutlich an jene Objekte aus der Pfahlbauzeit. (Auch wir haben bereits einige Male über die Keramik-Gegenstände und -funde im Pfahlbaumuseum berichtet).

Dieses Mal geht es aber um die „Mondsee Keramik Skolaut“, ein Unternehmen, welches von Otto und Margaretha Skolaut ab dem Jahr 1946 aufgebaut wurde.

 IMG 7052 KopieDeren Sohn Dipl. Ing. Helmuth Skolaut, ist nun der Impulsgeber einer wunderbaren Ausstellung über die Keramikkunst unserer Region im vergangen Jahrhundert.

Im obersten Geschoss des Pfahlbaumuseums hat der mittlerweile pensionierte Diplomingenieur der Forstwirtschaft mit viel Eigeninitiative und der Unterstützung von Familie und Freunden die wirklich sehenswerte Keramik-Dauerausstellung auf die Beine gestellt.

Die Exponate stammen aus der wertvollen Familiensammlung der Skolauts.
„Als meine Frau und ich unser Haus gebaut haben, wurde ausreichend Stauraum eingeplant, um alle wertvollen handbemalten Keramikstücke adäquat unterzubringen.“, so der Sohn der Mondsee-Keramik-Gründer. Das Haus muss nun wie leer gefegt sein, denn zahlreiche Keramikkrüge- und Teller, Vasen sowie Gebrauchskeramik und kunstvoll dekoriertes Porzellan befinden sich jetzt in den Räumlichkeiten des Museums.

Beginn der Mondsee Keramik IMG 7055 Kopie
Die Geschichte der Mondsee Keramik begann 1928 als kleine Porzellanmalerei von Elsa Lacza und Eduard Lainung, welche für ihre klassischen Porzellan-Motive bei Messen in Ried und Wels prämiert wurden. Elsa, Kind des Kaufmannes Lacza, richtete sich ihre kleine Werkstatt im elterlichen Haus in der Kirchengasse 8 ein, wo sie vor allem Porzellan bemalte, später aber auch Kästen, Truhen und Spanschachteln. Nicht zu vergessen ist ihre „Ansicht des Stiftes Mondsee“ sowie die Entwicklung der Kirche bis zum Marktbrand.

Das Unternehmen entsteht
Helmuth Skolaut’s Vater - aus dem Krieg heimgekehrt und so mancher Perspektive & Chance auf ein Studium o.ä. beraubt - wandte sich an Elsa Lacza, um dort seine künstlerische Kreativität einzubringen.

„Meine Schwester als auch ich sind durchaus kreativ veranlagt, jedoch stellte mein Vater um 1965 fest, dass die echte hochwertige Handarbeit, wie sie bei den Erzeugnissen der Mondsee Keramik bestand, leider an Bedeutung und Wertschätzung verlor.“ Als die chinesischen Billigerzeugnisse nach Europa überschwappten, konnte die lohnintensive naturalistische Bemalung der Mondsee Keramik mit den billigen nicht qualitativ vergleichbaren Produkten aus Fernost nicht mithalten. „Und so wurde uns Kindern freigestellt welche Berufslaufbahn wir einschlagen wollen“, erzählt der Sohn des „Mondsee Keramik“-Gründers.

Nichts desto trotz war Helmuth Skolaut viel im elterlichen Betrieb mit eingebunden. „Einmal hab ich mein handwerkliches Talent dazu genutzt einen keramischen Brennofen für den Betrieb zu bauen.“ Mit dem Fuchsschwanz in der Hand schnitt er damals die Chamotte-Steine für die Innenauskleidung zu. „Ich war einen ganzen Sommer beschäftigt und ersparte meinem Vater eine teure Neuanschaffung“.

In all’ den zahlreichen Erzählungen von Helmuth Skolaut merkt man die Verbundenheit und Liebe zur Geschichte des elterlichen Betriebes und den im Mondseeland entstandenen Keramik- und Porzellanerzeugnissen.IMG 7057 kopie Somit war es ihm ein großes Anliegen, dieses Kunsthandwerk und all die damals entstandenen kunstvollen Gegenstände in Form einer Schenkung für eine Ausstellung zu würdigen, wofür seitens des Heimatbundes Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wurden.

Geschichten von damals
Die meisten Objekte stammen wie bereits erwähnt aus dem Nachlass seiner Familie, aber auch Sonderanfertigungen für die damalige Castello-Bar sind Teil der Ausstellung. So erzählt Helmuth: „Die Misch rief mal ganz aufgeregt meinen Vater an: ‚Herr Skolaut ich brauch' bis zum Abend 100 neue Aschenbecher, die haben mir alle gestohlen.‘“

Dass ein so zeitintensiver Auftrag (alles wurde ja per Hand getöpfert, bemalt und musste im Anschluss noch dreimal gebrannt werden) in dieser kurzen Zeit nicht möglich war, war der legendären Bar-Inhaberin (Micheline Gräfin von Almeida) in ihrer Verzweiflung sicher nicht bewusst.

Von Hand hergestellte und bemalte Produkte, brauchten ihre Zeit und vor allem künstlerisch veranlagte Hände - genau das zeigt die „Mondsee Keramik Skolaut“-Ausstellung und setzt damit ein Andenken für die Gründer und alle heimischen TöpferInnen und MalerInnen des Mondseelandes.

ML24.sh

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