Bei Schlechtwetter keine Langweile in Mondsee

Bei Schlechtwetter keine Langweile in Mondsee

Der heurige Sommer war ja doch mit ausgiebigen Regentagen gespickt und auch die kommenden Tage sollen leider mehr regnerisch als sonnig ausfallen. Passend dazu blicken wir in unserer Serie „Vor 55 Jahren im Mondseeland“ auf den Mondseeland Tourismus im Sommer 1966 und was dieser damals alles so in sich hatte. (Sogar die heute bereits erwähnte „MS Helene“ war im Tourismusprogramm mit inbegriffen ;)


Mondsee. Wenn auch der Juli in Mondsee kälter war als der Juni, so dürfte es in der „Wallstreet“ des Mondseer Fremdenverkehrs zu keinem „Börsensturz“ geführt haben, wie in manchen Kurorten des Bundeslandes Salzburg.

„Wir fahren in den Süden“ haben gewiss nicht wenige Urlauber verlauten lassen, doch dieser Entschluss führte zu keiner fremdenverkehrlichen Baisse (Anm. v. ML24: das Fallen der Börsenkurse), weil das Mondseer Land immer wieder attraktiv für neue Gäste erscheint.

Erstmals konnte heuer infolge der Regenperiode das Lesezimmer im Fremdenverkehrsbüro seine Dienste leisten. An Tagen mit tiefen Temperaturen - auch in der Vor- und Nachsaison - wurde mittels eines Gebläses geheizt. Rund 100 Gäste lesen von 9 bis 21 Uhr in zehn Tageszeitungen und fünf Illustrierten. Außerdem liegen noch Reisejournale auf.

Der Fremdenverkehrsband Mondsee rät seinen Devisenbringern auch, die beiden Museen und die Mondseer Stiftskirche zu besuchen. Dazu kommt dann meist noch die die erste Wallfahrtskirche an der Autobahn, Maria-Hilf. Wie uns der Obmann des Fremdenverkehrsverbandes Mondsee erklärte, gibt es auf Wunsch auf Führungen in der Kirche.
Er weiß, dass viele Sommergäste die herrliche Stiftskirche zwei- bis dreimal besichtigen.

Als Ausweiche zeigt dann der Verband auch einen Besuch der Stadt Salzburg auf und macht u.a. auf das „Haus der Natur“ in der Salzachstadt aufmerksam.

Vorträge hielten heuer der Alpenverein (Sektion Mondsee) und der evangelische Pfarrer Florey. Die Thematik war in beiden Fällen das Salzkammergut, seine Bergwelt, Flora und Fauna. Imm Fremdenverkehrsbüro wurden auch Vorträge über Mondsee gehalten.

Im Schlosstheatersaal finden statt:

  • an Montagen der Mondseeabend (Begrüßungsabend)
  • an Dienstagen tritt eine auswärtige Truppe auf (Löwinger, G. Philipp)
  • am Mittwoch konzertiert die Bürgermusikkapelle bei „Schuastabuam“ im Schlosstheatersaal
    (sonst Musikpavillon)
  • immer donnerstags erfreuen die „Stoawandla“ (Gebirgstrachtenerhaltungsverein) aus St. Lorenz die Gäste
Wenn es die Witterung zulässt, läuft das Motorschiff Helene das Seehotel Plomberg an oder kurvt den See ab. In den Cafés und Gaststätten des Marktes spielen abends sieben Bands auf.

Der Obmann des Fremdenverkehrsverbandes, Florian Schallauer, geht selbst mit gutem Beispiel in der Betreuung der Gäste voraus. Schon in den frühen Morgenstunden reißt er sich von seinem Geschäft los und ist im Fremdenverkehrsbüro zu finden.

Dieser Artikel stammt aus der Welser Zeitung vom 11. August 1966 (Nr. 32)

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